Was muss rechtlich beim Grillen im Garten beachtet werden?

Immer wenn die Tage wärmer und länger werden, dann zieht es die Menschen in das Freie. Grillen ist bei den Deutschen die liebste Beschäftigung in der Freizeit. Auch wenn das Grillen zwar sehr beliebt ist, so ist es gerade für Nachbarn oftmals auch ein Grund für Streitigkeiten.

Oft wird die Party im Freien einfach zu laut oder aber der Qualm von dem Grill zieht zu den Nachbarn. Wichtig ist hierbei, was laut Gesetz eigentlich erlaubt ist und was nicht. Das Gebot der Rücksichtnahme ist ganz generell oberstes Prinzip und jeder sollte somit Rücksicht auf die Bedürfnisse von den anderen nehmen. Am besten ist, wenn Nachbarn über den Grillabend informiert werden und der Grill sollte immer so aufgestellt werden, dass der Qualm nicht störend ist. Besonders bei der Verwendung von einem Holzkohlegrill entsteht beinahe unvermeidlich die starke Geruchsbelästigung für Nachbarn. Kein Nachbar muss dies einfach hinnehmen.

Der eigene Garten

Grill mit FleischDer Garten ist das eigene Territorium, wo jeder seine Freizeit genießen und sich frei entfalten kann. Nur die Bedürfnisse von den Mitmenschen dürfen nicht beeinträchtigt werden. Die Nachbarn müssen sich allerdings den gelegentlichen Feiern beugen, solange eine Belästigung kein Übermaß annimmt. Das Landgericht München teilt mit, dass das generelle Grillverbot genauso unzulässig ist wie die generelle Grillerlaubnis.

 

In der Sommerzeit müssen die Nachbarn das gelegentliche Grillen dulden. Falls es allerdings zu wesentlichen Beeinträchtigungen kommt, dann kann sogar das Grillverbot in Betracht gezogen werden.

Grillen in dem Garten

Laut des Bayerischen Obersten Landesgerichts kann in dem Garten von einer Eigentumswohnanlage auf alle Fälle gegrillt werden und dies bis zu 5-mal pro Jahr und auch auf Holzkohle. Immer hat der Vermieter das letzte Wort und so darf er das Grillen im Mietvertrag grundsätzlich untersagen. Der Mietvertrag kann bei Nichtbeachtung sogar gekündigt werden. Oftmals kommt es bei gemütlichen Grillabenden mit mehreren Gästen zu einer Lärmbelästigung. Häufig wird dieser Aspekt vernachlässigt. Alle Nachbarn haben hier das Recht auf Nachtruhe und so werden Feierlichkeiten nach 22 Uhr nach drinnen verlagert und es sollte ruhiger zugehen. Manche Gerichte bieten für Grillfreunde mehr Freiheiten und so kann es sein, dass draußen 4-mal pro Jahr bis Mitternacht gegrillt werden kann. Tritt starker Ruß und Rauch aus, dann wird auch gegen Umweltgesetze verstoßen. Eine Ordnungswidrigkeit wird mit Geldbußen bestraft.

Wichtige Urteile zum Grillen

In den Sommermonaten ist Grillen erlaubt und es muss hingenommen werden. Fühlt sich eine Person gestört, dann muss dies stichhaltig nachgewiesen werden. Es muss mit Bußgeld gerechnet werden, wenn die Nachbarn rücksichtslos zugequalmt werden. Jeder kann bei starker Rauchentwicklung das Immissionsgesetz des Landes berufen. Auch wenn es sich um einen warmen Sommer handelt, darf nicht ständig gegrillt werden. Das Amtsgericht von Berlin-Schöneberg hat die Obergrenze pro Jahr auf 20 bis 25-mal festgelegt. Hier sollte die Grillsession nicht über 21 Uhr hinaus gehen und nicht länger als 2 Stunden sein. In Deutschland sind die gesetzlichen Ruhezeiten nach 22 Uhr heilig. Das Oberlandgericht Oldenburg hat entschieden, dass viermal jährlich auch bis 24 Uhr gegrillt werden darf. Die Sache wird im Rheinland entspannter gesehen, denn das Amtsgericht Bonn hat entschieden, dass von April bis September einmal monatlich gegrillt werden darf. Hier müssen die Nachbarn allerdings 48 Stunden zuvor informiert werden. Das Landgericht Essen hat entschieden, dass der Vermieter per Mietvertrag das Grillen auf der Terrasse untersagen kann.

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